Fischarten

Gelbflossenthun – Thunnus albacares

gültig 04/2018-12/2018

Gelbflossenthun
Thunnus albacares

gültig 04/2018-12/2018

Biologische Charakteristika

Der Gelbflossenthun lebt im Freiwasser (pelagisch) meist in großen Schulen in allen Ozeanen. Die Schulen sind meist nach Größe der Tiere getrennt und können auch aus einer Mischung verschiedener Arten bestehen. Größere Tiere sind oft mit Meeressäugern und/oder treibenden Objekten assoziiert. Gelbflossenthun ist empfindlich gegenüber niedrigen Sauerstoffkonzentrationen und in tropischen Gewässern daher meist nicht tiefer als 250 m zu finden. Die Temperaturgrenzen für das Vorkommen liegen zwischen 18 und 31°C. In äquatorialen Gewässern sind ganzjährig Larven zu finden, mit steigender Entfernung zum Äquator verkürzt sich die Laichsaison. Thunfische müssen permanent schwimmen, um die Versorgung mit Sauerstoff durch den Wasserstrom über ihre Kiemen zu gewährleisten. Ein besonderes Blutgefäßsystem (Wundernetze, „Rete mirabile“) hilft ihnen bei der Thermoregulation. Sie sind dadurch in der Lage, ihre Körpertemperatur einige Grade über der umgebenden Wassertemperatur zu halten (endotherm). Gelbflossenthune können im Sprint Schwimmgeschwindigkeiten von bis zu 74 km/Stunde erreichen. Eine Schwimmblase ist vorhanden. Als Nahrung dienen verschiedenste Fischarten, Krebstiere und Tintenfische. [100] [229]

Maxima: Länge: 239 cm,
Alter: 9 Jahre,
Masse: 200,0 kg [229]
IUCN-Status: Vorwarnliste (NT) [384] (Zugriff am 16. April 2018)
CITES-Status: nicht gelistet [3]
Widerstandsfähigkeit (resilience): mittel, Verdopplung der Population dauert 1,4 – 4,4 Jahre [229]
Fruchtbarkeit (fecundity): bis zu 200.000 t Eier pro Weibchen pro Jahr [229]
Trophische Ebene: 4,4 ± 0,4 (Standardfehler) [229]
   
   

Der Gelbflossenthun ist in allen tropischen und subtropischen Meeren verbreitet, aber nicht im Mittelmeer. Wie alle Thunfische ist er eine Hochsee-Art, die weite Wanderungen unternimmt. Die Bestände sind daher weit verbreitet und ihre Bewirtschaftung erfolgt durch regionale Fischereimanagement Organisationen (RFMOs), die sehr große Zuständigkeitsbereiche haben. [100] [229] [608]

Der Gelbflossenthun besitzt den typischen spindelförmigen Körper der Makrelen und Thunfische sowie die typischen Flösselchen hinter der zweiten Rückenflosse. Namensgebend für den Gelbflossenthun sind die gelben Rücken- und Analflossen und die gelben Flösselchen. Die zweite Rückenflosse sowie die Analflosse sind sehr lang und können bis zu 20% der Fischlänge betragen. Der Rücken ist metallisch-dunkelblau, die Seiten sind gelblich und werden zum Bauch hin silbrig. Auf dem Bauch sind etwa 20 unterbrochene, nahezu vertikale Linien zu sehen. [100] [229]

Gelbflossenthun macht etwa 27% der weltweiten Thunfischfänge aus (Daten 2010). Auf dem deutschen Markt steht Thunfisch (der hier in der Statistik nicht nach den einzelnen Arten unterschieden wird) auf Platz vier der bedeutendsten See- und Süßwasserfische. [14] [608] [609]

Gelflossenthun wird vor allem gefroren und als Konserve vermarktet. Er kommt außerdem als Frischfisch und geräuchert auf den Markt. Besonders hochwertig ist Sashimi-Ware. [14] [229]

Alle Thunfischarten auf dem deutschen Markt: 2016 (vorl.)

Verbrauch in Deutschland: 118.580 t (2015: 143.406 t), Marktanteil: 11,5% (2015: 14,6%) [13] [14]

Anlandungen (in 1.000 t)Fänge (in 1.000 t)Laicherbiomasse (in 1.000 t)Laicherbiomasse ZustandFischereiliche SterblichkeitAnmerkungen (insbesondere Managementplan)Gültigkeit
Atlantik 108,9 - - Anldg. 2015, Bestandszustand 2014 06/2016 -
12/2020
Indischer Ozean 412,7 - - - 12/2017 -
12/2018

Klassifizierung nach dem Ansatz des höchstmöglichen nachhaltigen Dauerertrages (MSY), durch den ICES oder analog zu dessen Einteilung:

SymbolBiomasseBewirtschaftung (fischereiliche Sterblichkeit)
innerhalb der Schwankungsbreite um den Zielwertangemessen oder unternutzt
außerhalb der Schwankungsbreite um den Zielwertübernutzt
Zustand unklar, Referenzpunkte nicht definiert und/oder unzureichende DatenZustand unklar, Referenzpunkte nicht definiert und/oder unzureichende Daten
AutorJahrTitelQuelle
[3]CITESConvention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora, Appendices I, II and IIIcites.org
[13]Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) Homepageble.de
[14]Fisch-Informationszentrum e.V. (FIZ)Fisch-Informationszentrum e.V. Homepagefischinfo.de
[100]Food and Agriculture Organization (FAO)2010FAO. © 2010. FAO FishFinder, the Species Identification and Data Programme. FAO FishFinder. In: FAO Fisheries and Aquaculture Department [online]. Rome. Updated 6 April 2010.fao.org
[229]Froese, R. and D. Pauly. Editors.2011FishBase. World Wide Web electronic publication.
www.fishbase.org, version (06/2011).
fishbase
[384]IUCNIUCN Red List of Threatened Species. Version 2011.2. Downloaded on 09 February 2012iucnredlist.org
[608]International Seafood Sustainability Foundation (ISSF)2012Status of the World Fisheries for Tuna. ISSF Technical Report 2102-04B. International Seafood Sustainability Foundation, Washington, D.C., USA
[609]The State of World Fisheries and Aquaculture2012The state of world fisheries and aquaculture (SOFIA) Food and agriculture organization of the united nations, Rome, 230pp