Fischarten

Kliesche  – Limanda spp.

gültig 07/2017-05/2019

Biologische Charakteristika

Klieschen (Gattung Limanda) gehören zu den häufigsten Plattfischen in den Meeren der Nordhalbkugel. Im Nordostatlantik kommt die Kliesche (L. limanda) vor, die gelegentlich auch als Scharbe bezeichnet wird. Im Nordwestatlantik kommt die in Deutschland kommerziell nicht bedeutende Art L. ferruginea vor. Sie wird in der Liste für Deutsche Handelsbezeichnungen als Atlantische Kliesche bezeichnet (engl. Yellowtail flounder). Die Pazifische Kliesche (L. aspera) ist auch als „Yellowfin sole“ bekannt. Die Larven der Klieschen haben zunächst die normale Fischform und schwimmen aufrecht. Bei einer Länge von etwa 14 Millimetern (bei L. limanda) beginnt die Umwandlung zum Plattfisch; die auffälligste Veränderung ist das Wandern des linken Auges auf die rechte, später obere Seite. Die Tiere gehen dann zum Bodenleben über und ernähren sich u.a. von Würmern, Krebsen, Schlangensternen, Muscheln und Schnecken, gelegentlich auch kleinen Fischen wie Grundeln und Sandaalen. [2] [229]

Maxima: Kliesche/Atlantische Kliesche/Pazifische Kliesche/ Länge: bis 40/64/49 cm,
Alter: bis 12/12/34 Jahre,
Masse: bis 1,0/1,5/1,7 kg [229]
IUCN-Status: Kliesche Europa & global: ungefährdet (LC), Atlantische Kliesche gefährdet (VU) (benötigt Aktualisierung), Pazifische Kliesche nicht bewertet (NE) [384] [1032] (Zugriff am 06. Juni 2018)
CITES-Status: nicht gelistet [3]
Widerstandsfähigkeit (resilience): Kliesche/Atlantische Kliesche/Pazifische Kliesche mittel (min. Populationsverdopplungszeit 1,4-4,4 Jahre)/mittel (min. Populationsverdopplungszeit 1,4-4,4 Jahre)/niedrig (Verdopplung der Population dauert 4,5-14 Jahre) [229]
Fruchtbarkeit (fecundity): Kliesche/Atlantische Kliesche/Pazifische Kliesche 50.000 -150.000/k.A./1. Mio Eier Pro Weibchen pro Jahr [2] [229]
Trophische Ebene: Kliesche/Atlantische Kliesche/Pazifische Kliesche/ 3,4 ± 0,64/3,3 ± 0,1/3,5 ± 0,1/ (Standardfehler) [229]

Die Kliesche (L. limanda) ist im Nordostatlantik von der Biskaya bis Island und Norwegen verbreitet. Sie kommt außerdem in der Barentssee, dem Weißen Meer und in der westlichen Ostsee vor. Im Nordwestatlantik ist die Atlantische Kliesche (L. ferruginea) beheimatet. Sie kommt von Süd-Labrador bis nach Chesapeake Bay (USA) vor. Die Pazifische Kliesche (L. aspera) ist im Nordpazifik in Korea und Japan, über das Ochotskische Meer und die Beringsee bis vor Alaska und Kanada verbreitet. [2] [229]

Klieschen gehören wie auch Schollen und Seezungen zu den rechtsäugigen Plattfischen. Auffälliges Merkmal der Klieschen ist die über der Brustflosse halbkreisförmig gekrümmte Seitenlinie. Dadurch lässt sie sich deutlich von anderen Plattfischarten unterscheiden. Die Oberseite ist bräunlich gefärbt, die Unterseite (sog. Blindseite) ist hell bis weiß. [2] [229]

In Europa ist die Kliesche ein Beifangart, sie ist günstiger als z.B. Seezunge und Scholle. Auf dem deutschen Markt etabliert ist auch die Pazifische Kliesche. [2] [14]

frisch, ganz oder als Filet, tiefgefroren und gelegentlich geräuchert. [14] [229]

Marktdaten

Keine Daten verfügbar.

Anlandungen (in 1.000 t)Fänge (in 1.000 t)Laicherbiomasse (in 1.000 t)Laicherbiomasse ZustandFischereiliche SterblichkeitAnmerkungen (insbesondere Managementplan)Gültigkeit
Nordsee (4, 3.a) 5,1 49,9 - Anlandungen & Fänge 2016 06/2017 -
06/2020
Öst. Beringsee & Aleuten (L. aspera) 128,7 132,3 850,6 - 12/2018 -
12/2019
Ostsee (22-32) 1,4 2,4 - Anlandungen & Fänge 2016 05/2017 -
05/2020

Klassifizierung nach dem Ansatz des höchstmöglichen nachhaltigen Dauerertrages (MSY), durch den ICES oder analog zu dessen Einteilung:

SymbolBiomasseBewirtschaftung (fischereiliche Sterblichkeit)
innerhalb der Schwankungsbreite um den Zielwertangemessen oder unternutzt
außerhalb der Schwankungsbreite um den Zielwertübernutzt
Zustand unklar, Referenzpunkte nicht definiert und/oder unzureichende DatenZustand unklar, Referenzpunkte nicht definiert und/oder unzureichende Daten
AutorJahrTitelQuelle
[2]Muus BJ, Nielsen JG1999Die Meeresfische Europas Franckh-Kosmos Verlag
[3]CITESConvention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora, Appendices I, II and IIIcites.org
[14]Fisch-Informationszentrum e.V. (FIZ)Fisch-Informationszentrum e.V. Homepagefischinfo.de
[229]Froese, R. and D. Pauly. Editors.2011FishBase. World Wide Web electronic publication.
www.fishbase.org, version (06/2011).
fishbase
[384]IUCNIUCN Red List of Threatened Species. Version 2011.2. Downloaded on 09 February 2012iucnredlist.org
[1032]Nieto A et al.2015European Red List of Marine Fishes Publications Office of the European Union