Fanggeräte

Bootswaden

DE: Bootswaden, Schiffwaden
EN: Boat or vessel seines
FAO -Alpha-Code: SV
ISSCFG: 02.2.0

Bootswaden besitzen zwei lange Flügel und einen Netzsack. Wichtige Komponente sind die langen Leinen an den Netzflügeln, mit ihnen werden große Flächen eingekreist. Diese Leinen sind z.B. mit Bleiringen beschwert, durch Bodenkontakt scheuchen sie die Fische über den Meeresboden vor die Mitte des Fangsackes. Das Netz wird über die Leinen eingeholt, während das Schiff vor Anker liegt oder leichte Fahrt voraus macht. Viele dieser Netze sind ähnlich konstruiert wie Schleppnetze, die Flügel sind bei den Waden allerdings meist länger und sie haben keine Scherbretter. Im Gegensatz zu Schleppnetzen werden Waden aber nicht, bzw. kürzer geschleppt. Es gibt drei verschiedene Methoden: Snurrewaden, Schottische Wadennetze und die Zwei-Schiff-Wadennetze.

Zielarten
Hauptsächlich Grundfische, selten Arten der freien Wassersäule (pelagische). In der Meeresfischerei der Nordhalbkugel Plattfische (z.B. Scholle, Seezunge) und dorschartige Fische (z.B. Schellfisch, Wittling), Karpfen in der Binnenfischerei. Mit der Zwei-Schiff-Wade z.B. Seehecht.

Einsatzgebiete
Weltweit in Binnengewässern und Meer. In Binnengewässern wird meist flacher als 50 m gefischt, im Meer hingegen bis zu 500 m. Snurrewaden und Schottische Wadennetze sind besonders geeignet, wenn ebener Boden mit unebenen Gebieten durchsetzt ist. Die Netze arbeiten am effizientesten, wenn auf ebenem Boden lange Leinen (2.500 m) eingesetzt werden können. In Gebieten mit viel unebenem Boden werden kürzere Leinen verwendet. Snurrewaden und Schottische Wadennetze werden vor allem in nördlichen Regionen, seltener in tropischen und sub-tropischen Gebieten eingesetzt. Für die Zwei-Schiff-Wadennetze wird ebener Grund benötigt, die Methode wird z.B. an der kanadischen Küste angewendet.

Umwelteinflüsse
Durch den Einsatz von Wadennetzen (Grundwaden) können Bodenlebensgemeinschaften geschädigt werden. Wadennetze (Grundwaden) werden aber nicht über den Meeresboden geschleppt. Sie werden ohne Scherbretter eingesetzt und es werden kleinere Flächen befischt als mit Grundschleppnetzen.
In dieser Fischerei kann es zu Beifängen und Rückwurf von zu kleinen (untermaßigen) Fischen und von Nichtzielarten kommen. Durch größere Maschenweiten und/oder besondere Einrichtungen am Fanggerät wird der Beifang kleinerer und ungewollter Organismen reduziert. 

Fischereifahrzeuge
Kleine Boote bis hin zu mittelgroßen (30 m) Spezialschiffen. Als Seiner werden Fahrzeuge bezeichnet, die Umschließungsnetze und Waden einsetzen. Sie können verschiedene Größen umfassen, von kleinen offenen Booten (meist >10 m) bis hin zu großen hochseegängigen Schiffen. [Literatur]