Bestandsdatenblatt

Hering: Nordsee-Herbstlaicher

Gültig 04/2026 - 04/2027

Hering: Nordsee-Herbstlaicher

gültig 04/2026 - 04/2027

Zugehörige Fischart

Hering

Allgemeine Informationen

Ökoregion:Nordsee
Fanggebiet:Nordsee (4, 7.d), Skagerrak/Kattegat (3.a (20-21)) FAO 27 (Nordostatlantik)
Art:Clupea harengus

Wissenschaftliche Begutachtung

Internationaler Rat für Meeresforschung (ICES), Kopenhagen, www.ices.dk

Methode, Frequenz

Jährliche analytische Bestandsberechnung mit Vorhersage unter Verwendung fast vollständiger Fangdaten und fünf unabhängiger wissenschaftlicher Forschungsreisen, die alle Lebensstadien abdecken. Referenzpunkte nach dem Konzept zur Erlangung des höchstmöglichen nachhaltigen Dauerertrages (Fmsy, MSY Btrigger) und nach Vorsorgeansatz (Bpa, Blim, Fpa) sind definiert. [1552] [1553] 

Wesentliche Punkte

2026: Nach der aktuellen Begutachtung des Nordsee-Herings wird die Laicherbiomasse nun größer wahrgenommen als zuvor. Dies ist teilweise auf die hohen Werte aus einer der Forschungsreisen zurückzuführen. Infolge dieser Zunahme der Bestandsgröße erfolgte auch eine Reduzierung der Wahrnehmung der fischereilichen Sterblichkeit. Der Bestand liegt dadurch wieder vollständig im grünen Bereich. 
Die neue Langzeitmanagementstrategie für den Nordsee-Hering ist in Kraft und die Fangempfehlung des ICES für 2027 basiert nun auf dieser Strategie. Aufgrund der verbesserten Bestandssituation können die Fangmengen steigen. [1065] [1552] [1553]

Bestands­zustand

Laicherbiomasse (Reproduktionskapazität)

  volle Reproduktionskapazität (nach Vorsorgeansatz)

 innerhalb der Schwankungsbreite um den Zielwert (nach Managementplan)

  innerhalb der Schwankungsbreite um den Zielwert (nach höchstem Dauerertrag)

Fischereiliche Sterblichkeit

 nachhaltig bewirtschaftet (nach Vorsorgeansatz)
 

 unter dem Grenzwert (nach Managementplan)
 

 angemessen (nach höchstem Dauerertrag)
 

Bestands­entwicklung

Der Bestand des Nordsee-Herings kollabierte in den 1970er Jahren infolge einer nicht-nachhaltigen Fischerei. Nach der Schließung der Fischerei im Jahr 1977 erholte sich der Bestand jedoch schnell, insbesondere aufgrund einer sehr guten Nachwuchsproduktion. Bereits vier Jahre später konnte die Fischerei wieder geöffnet werden. Mitte der 1990er Jahre ging die Laicherbiomasse erneut deutlich zurück. Ursache war diesmal vor allem die zu hohe Entnahme von Jungfischen in der Industriefischerei. Seit 2002 befindet sich der Bestand zudem in einer Phase schwacher Nachwuchsproduktion, was maßgeblich zur erneuten Abnahme der Laicherbiomasse nach 2004 beitrug. Besonders schwach fielen die Jahrgänge 2015, 2017, 2023 und 2025 aus. Durch langsam aber in der Summe deutlich reduzierte Fänge konnte die fischereiliche Sterblichkeit gesenkt werden und die Laicherbiomasse wieder ansteigen. Seit 1997 liegt die Laicherbiomasse über dem Referenzwert nach dem Konzept des höchstmöglichen nachhaltigen Dauerertrages (MSY Btrigger), zeigt dabei aber erhebliche Schwankungen (siehe oben). Die fischereiliche Sterblichkeit liegt aus heutiger Sicht mit wenigen Ausnahmen seit 1996 im grünen Bereich (unter Fmsy). [1552] [1553]

Ausblick

Nach der aktuellen Begutachtung des Nordsee-Herings liegen Laicherbiomasse und fischereiliche Sterblichkeit wieder vollständig im grünen Bereich. 
Aufgrund der verbesserten Bestandssituation können die Fangmengen von Nordsee-Hering, basierend auf der neuen Managementstrategie, zumindest kurzfristig steigen. Der Bestand befindet sich jedoch weiterhin in einer Phase verringerter Produktivität und die Nachwuchsproduktion bleibt schwach [1552] [1553]

Umwelt­einflüsse auf den Bestand

Seit 2002 produzierte dieser Bestand eine Reihe schwacher Nachwuchsjahrgänge. Die Langzeitreihe der Nachwuchsproduktion zeigt einen möglichen Zusammenhang mit großskaligen klimatischen Einflüssen wie der Nordatlantischen Oszillation (NAO). Die Überlebensrate der Larven ist reduziert, was möglicherweise mit einer Erwärmung des Wassers auf den Laichgründen und mit Veränderungen der hydrografischen Bedingungen zusammenhängt, die wiederum die Nahrung der Larven und Erwachsenen beeinflussen. Welche Mechanismen genau wirken, ist aber noch nicht bekannt. [64] [67] [1552] [1553]

Wer und Wie

Die Bewirtschaftung des Nordsee-Herings erfolgt seit 1997 gemeinsam durch die Europäische Union (EU) und Norwegen und seit 2021 mit dem Vereinigten Königreich (UK). Die Parteien einigen sich in der Regel auf gemeinsame Höchstfangmengen in den einzelnen Managementgebieten (niedergelegt in den agreed records of fisheries consultations und in EU-Recht übernommen). Im Laufe der Zeit gab es verschiedene Managementpläne bzw. eine Langzeitmanagementstrategie, die aber länger nicht angewendet wurde. Der ICES gab daher seine Fangempfehlung von 2018 (für 2019) bis 2025 (für 2026) auf Basis des MSY-Konzeptes. Inzwischen ist die neue Langzeitmanagementstrategie für den Nordsee-Hering von EU, UK und Norwegen in Kraft und damit Basis für die aktuelle Fangempfehlung des ICES.
Die Bewirtschaftung erfolgt seit 2026 mit nur noch einer Höchstfangmenge (TAC) für das gesamte Managementgebiet und alle Flotten: Nordsee (4) mit Skagerrak/Kattegat (20-21 (3.a)) und östlichem Ärmelkanal (7.d). Es gibt allerdings Unter-TACs für einzelne Gebiete und die darin operierenden Flotten: Für die menschliche Ernährung (Flotte A in 4 und 7.d, Flotte C in 3.a) und die Fischerei für industrielle Zwecke (Flotte B in 4 und 7.d, Flotte D in 3.a). Für das Skagerrak/Kattegat haben sich die EU und Norwegen im April 2014 auf ein Verfahren zur Festsetzung des TACs geeinigt. Das Verfahren wurde vom ICES als nachhaltig bewertet, sofern sich die beiden gemeinsam gefischten Bestände in diesem Gebiet (Frühjahrslaichender Hering der westlichen Ostsee und Nordseehering) ähnlich entwickeln und mehr als 10 % des TAC in der Nordsee gefischt wird. Ersteres ist nun schon länger nicht mehr der Fall, dennoch wurde die Regel – zum Nachteil des Ostseeherings – weiter angewendet. Erst für 2022 wurde dem Rat des ICES gefolgt und der TAC für die Nordsee (A Flotte) weniger stark erhöht als nach MSY-Empfehlung möglich gewesen wäre. Auch 2023 und 2024 wurde der TAC unter der ICES-Empfehlung festgelegt. Zum Schutz des Herings der westlichen Ostsee (Null-Fangempfehlung des ICES) wurden ab 2022 auch die Fangmöglichkeiten für 3.a stärker beschränkt. Von den Quoten in 3.a dürfen 2026 maximal 1.219 t dort gefangen werden (EU: 969 t, Norwegen: 250 t). Ab 2026 hat Norwegen temporäre Fangbeschränkung in seinen Gewässern der Nordsee zum Schutz des Ostseeherings erlassen.
In der südlichen Nordsee (4.c und 7.d) ist ein Unter-TAC festgelegt, um die hier laichende „Downs“-Komponente des Bestandes zu schonen. 
Seit Januar 2015 gilt ein Rückwurfverbot für Heringe auch in EU-Gewässern; in norwegischen Gewässern galt dies schon früher (siehe auch unter Beifänge und Rückwürfe). [750] [1065] [1148] [1466] [1549] [1552] [1553]

Differenz zwischen Wissen­schaft und Management

Nordsee-Hering wurde als einer der ersten Bestände in EU-Gewässern ab 1997 durch einen Managementplan bewirtschaftet. Dieser wurde aber ab 2005 nicht mehr befolgt, weil die erforderliche Reduzierung der Fangmengen zu drastisch erschien. 2009 wurde ein revidierter Managementplan eingerichtet, der die Erholung des Bestandes auf einen längeren Zeitraum strecken sollte. Von diesem wurde aber 2011 bis 2013 erneut abgewichen, weil er nun den Anstieg der Fangmengen zu sehr dämpfte. Die Höchstfangmenge (TAC) für Flotte A (Nordsee: Gebiete 4 und 7.d, menschliche Ernährung) wurde entgegen wissenschaftlicher Empfehlung und den Regeln des Planes 2011 um 22 %, 2012 um 102 % und 2013 um 18 % statt um jeweils 15 % erhöht. Im Januar 2015 ist eine nochmals überarbeitete Managementstrategie in Kraft getreten. 2014 bis 2016 stimmte der TAC für Flotte A mit der wissenschaftlichen Empfehlung überein. Im „agreed record“ zwischen der EU, Norwegen und seit 2021 mit dem Vereinigten Königreich (UK) wurde 2017 bis 2025 das MSY-Konzept als Basis für die Fangmengen gewählt und die Managementstrategie-basierte Empfehlung des ICES dadurch 2017 und 2018 überschritten. 2019 wurde die nun MSY-basierte Empfehlung ebenfalls überschritten, die Summe der TACs für 2020 lag hingegen unter der ICES-Empfehlung. Für 2021 lag die Summe der TACs für A- und B-Flotte im Rahmen der ICES-Empfehlung. In Gebiet 3.a wird auch Hering der westlichen Ostsee gefangen, für den der ICES seit 2019 eine Schließung der Fischerei empfiehlt. Erst ab 2022 wurden die Fangmengen in der gerichteten Fischerei in 3.a ausreichend gesenkt, um eine Erholung des Ostseeherings-Bestandes zu ermöglichen. Die Fänge in der Nordsee können aufgrund von „banking and borrowing“ (der UK-EU-Norwegen „agreed record“ erlaubt beim TAC 10 % interannuelle Flexibilität) und der Möglichkeit, 50 % bzw. seit 2022 bis zu 100 % des TACs für das Skagerrak/Kattegat in der Nordsee zu fangen, über dem TAC liegen.
Der ICES empfiehlt, jegliche Aktivitäten, die zu einer Beeinträchtigung der Herings-Laichgründe führen könnten, einer genauen Überprüfung zu unterziehen (z.B. beim Bau von Windanlagen auf See). [1065] [1549] [1552] [1553]

Karten

Verbreitungsgebiet

Managementgebiet

Die Bewirtschaftung erfolgt seit 2026 mit einer Höchstfangmenge (TAC) für das gesamte Verbreitungsgebiet: Nordsee (4) mit Skagerrak/Kattegat (20-21 (3.a)) und östlichem Ärmelkanal (7.d). Es gibt allerdings Unter-TACs für einzelne Gebiete und die darin operierenden Flotten (siehe „Wer und Wie“). Im Skagerrak/Kattegat und in einem kleinen Überlappungsbereich der östlichen Nordsee (im Sommer) werden Nordsee-Herbstlaicher gemischt mit Frühjahrslaichern der westlichen Ostsee gefangen. Menge und Anteil variieren und können nicht genau vorhergesagt werden. Management- und Verbreitungsgebiete stimmen ungefähr überein. [1065] [1549] [1552] [1553]

Anlandungen und legale Höchstfangmengen (TACs) (in 1.000 t)

Gesamtfang2025: 428,6 (Fänge aus dem Gesamtbestand, nicht nur aus der Nordsee, alle Flotten) 
Flotte A (4, 7.d, nur für menschliche Ernährung): 418,5; hauptsächlich pelagische Schleppnetze
TACs (bis 2025: Flotte A, Nordsee 4, 7.d, nur menschliche Ernährung, ab 2026: alle Flotten, Nordsee, Skagerrak/Kattegat, östlicher Ärmelkanal): 2011: 200   2012: 405   2013: 478   2014: 470   2015: 445   2016: 518   2017: 481,6   2018: 600,6   2019: 385,0   2020: 385,0   2021: 356,4   2022: 427,6   2023: 396,6   2024: 510,3   2025: 388,5   2026: 328,6   [1065] [1549] [1552] [1553]

IUU-Fischerei

Einige Nationen liefern Daten über fehlberichtete oder nicht zuzuordnende Anlandungen aus diesem Bestand. Seit 2017 liegen keine Meldungen solcher Anlandungen vor. Fehlberichtete Anlandungen werden in dieser Fischerei als geringes Problem angesehen. In früheren Jahren lag der Anteil illegaler (vor allem fehlberichteter) Fänge bei gut 10 % an den Gesamtfängen, im östlichen Ärmelkanal deutlich darüber. [1552] [1553]

Struktur und Fangmethode

Nordseehering wird für die menschliche Ernährung und als Beifang, gelegentlich auch gerichtet in der Industriefischerei gefangen. Alle Nordsee-Anrainerstaaten unterhalten gerichtete Fischereien auf diesen Bestand, vor allem mit großen pelagischen Schleppnetzen (durch Vollfrost-Trawler der südlichen Anrainer) oder Ringwaden und/oder pelagischen Netzen (nördliche Anrainer). [1552] [1553]

Beifänge und Rückwürfe

Seit Januar 2015 gilt ein generelles Rückwurfverbot für Heringe in den EU-Gewässern der Nordsee, durch Fraß beschädigter Fisch ist vom Anlandegebot aber ausgenommen. In norwegischen Gewässern gilt das Rückwurfverbot schon seit vielen Jahren. Unter bestimmten Bedingungen (maximaler Einholpunkt) sind Freisetzungen gefangener Fische in der Fischerei mit Ringwaden erlaubt (Details siehe jeweilige EU-Verordnungen, die Regelungen im Vereinigten Königreich können abweichen). Beobachterprogramme haben gezeigt, dass der Rückwurf von Hering nicht weit verbreitet ist, vollständige Rückwurfdaten liegen aber nicht vor. Es gab Hinweise auf den Rückwurf von marktfähiger Ware, wenn die Fangzusammensetzung nicht wie erwünscht ist (Highgrading) z.B. auch durch Slipping (Verwerfen des Fanges bevor das Netz an Bord genommen wird). Insgesamt werden Rückwürfe von Nordsee-Hering aber als vernachlässigbar angesehen.
Die pelagische Heringsfischerei ist sehr rein, mit wenig Beifang von Nichtzielarten. In einer Studie aus dem Jahr 2001 machte Hering etwa 98 % der Fänge (nach Gewicht) aus. Beigefangen wurden Makrelen, Wittling, Stöcker und Schellfisch.
In der Industriefischerei gibt es Beifänge vor allem von jungen Heringen. [39] [63] [750] [979] [1148] [1466] [1552] [1553]

Einflüsse der Fischerei auf die Umwelt

Pelagische Schleppnetzfischerei und Ringwadenfischerei haben geringe Beifänge von Nichtzielarten und beeinflussen den Meeresboden nicht (weil sie ihn nicht berühren). Interaktionen dieser Heringsfischerei mit geschützten Arten sind gering. Beobachtungsprogramme haben gezeigt, dass der Beifang von Meeressäugern in pelagischen Schleppnetzen sehr selten ist. Gelegentlich können Haie und Seevögel und im Norden möglicherweise auch Jugendstadien von Wildlachsen beigefangen werden. [30] [1552] [1553]

Biologische Besonder­heiten

Nordsee-Hering ist ein Schwarmfisch, der bis 20 Jahre alt werden kann. Er ist ein wesentlicher Bestandteil des Nahrungsnetzes. Hering ernährt sich überwiegend von Planktonorganismen und ist selbst wiederum wichtige Nahrung für andere Fische, Vögel und Meeressäuger. 
Die Tiere in diesem Gebiet laichen auf Kies in 4-5 klar abgrenzbaren Gebieten im Herbst und Winter. Der Laichort determiniert die wesentlichen Bestandskomponenten (Shetland-Orkney, Banks, Buchan, Downs). Heranwachsende Tiere leben im östlichen Teil des Verbreitungsgebietes (also in EU-Gewässern), im Kattegat, Skagerrak und der östlichen Nordsee kommt es dabei zu einer Vermischung mit dem benachbarten Heringsbestand der westlichen Ostsee, was eine Fangvorhersage erheblich erschwert. Die sommerlichen Nahrungsgründe der erwachsenen Tiere befinden sich in der nördlichen Nordsee (Shetland und Orkney). [67] [68] [1552] [1553]

Zusätzliche Informationen

Hering ist eine der wissenschaftlich am besten untersuchten Fischarten. Trotzdem gibt es noch immer Wissenslücken. Schwankungen in den Überlebensraten während des ersten Jahres können noch immer nicht ausreichend genau erklärt werden. Für diesen Bestand wurde 1997 der erste komplexere Managementplan in der EU beschlossen, der auch Beifänge in Fischereien mit anderen Zielarten berücksichtigt. Wirtschaftlich besonders wichtig ist die Fischerei auf fettreiche Fische im späten Frühjahr, die für die Matjesproduktion benötigt werden. Ein nicht unerheblicher Teil der Heringsfänge aus der Nordsee wird nach Russland und Übersee, und hier insbesondere nach Afrika, verkauft.
Das Laichgeschehen ist empfindlich gegen Kiesentnahme oder Ölverschmutzung auf den Laichplätzen. 
Auch wenn der weitaus größte Teil der Fänge aus diesem Bestand in britischen Gewässern stattfindet, sind die Jugendstadien überwiegend außerhalb dieser Gebiete verbreitet und dort auch z.B. für die dänische Industriefischerei erreichbar. Auch nach dem Brexit müssen sich die Fischereinationen also auf ein faires System der Fangmengenverteilung mit gegenseitigen Zugangsrechten einigen, so wie das bisher zwischen der EU und Norwegen geschieht. [14] [472] [1552] [1553]

Zertifizierte Fischereien

Fast alle Anlandungen aus diesem Bestand sind inzwischen nachhaltigkeitszertifiziert nach den Standards des Marine Stewardship Councils. Die niederländischen, deutschen, schottischen, schwedischen und dänischen Fischereien sind unter einem Zertifikat vereinigt. Außerdem ist eine irische, eine französische, eine schottische und eine norwegische Fischerei zertifiziert (alle Angaben ohne Anspruch auf Vollständigkeit). [4] Siehe 
fisheries.msc.org/en/fisheries/northern-ireland-pelagic-sustainability-group-nipsg-north-sea-herring/@@view
fisheries.msc.org/en/fisheries/from-nord-north-sea-and-eastern-channel-pelagic-trawl-herring/@@view
fisheries.msc.org/en/fisheries/norway-north-sea-herring/@@view
fisheries.msc.org/en/fisheries/pfa-spsg-spfpo-dfpo-and-dppo-north-sea-herring/@@view
fisheries.msc.org/en/fisheries/klondyke-pelagic-sustainability-group-north-sea-herring/@@view

Soziale Aspekte

Die Heringsfischerei in der Nordsee wird überwiegend mit großen und größten Fahrzeugen durchgeführt. Die kleine Küstenfischerei nutzt diesen Bestand seit der Wiedereröffnung der für vier Jahre geschlossenen Fischerei 1981 nicht mehr. Die Fahrzeuge fahren unter den Flaggen der Nordsee-Anrainerstaaten, die Arbeitsbedingungen an Bord und die Entlohnung erfolgt daher nach deren jeweiligen Regeln. [13] [14] [1552] [1553]

Marktdaten

2022 (vorl.): Verbrauch in Deutschland: 113.325 t (2021: 123.073 t), Marktanteil (Fische, Krebse, Weichtiere): 9,9 % (2021: 11,0 %) [13] [14]

Anlandungen (in 1.000 t)Fänge (in 1.000 t)Laicherbiomasse (in 1.000 t)Laicherbiomasse ZustandFischereiliche SterblichkeitAnmerkungen (insbesondere Managementplan)Gültigkeit
Nordostatlantik, Bottn. Meerbusen (30, 31) 55,0 55,0 517,3 - 05/2025 -
05/2026
Nordostatlantik, Irische See (7.a Nord) 7,4 7,4 9,4 - 07/2025 -
06/2026
Nordostatlantik, Isländischer Sommerlaicher (5.a) 82,2 82,2 517,3 - 06/2025 -
06/2026
Nordostatlantik, Keltische See (7.a Süd, 7.g-hj-k) 1,0 1,0 22,3 - 04/2025 -
04/2026
Nordostatlantik, Nordsee Herbstlaicher 3.a, 4, 7.d) 428,6 428,6 1.505,2 neue Managementstrategie ab 2026 04/2026 -
04/2027
Nordostatlantik, Norw. Frühjahrslaicher (1,2,5,4.a,14.a) 460,2 460,2 2.723,0 Managementplan ab 1999/2018 10/2025 -
10/2026
Nordostatlantik, Rigaer Meerbusen (28.1) 31,2 31,2 119,2 nur Lettische & Estische Fischerei 05/2025 -
05/2026
Nordostatlantik, westl. & nordwestl. Irl. (6.a Süd, 7.bc) 2,2 2,2 - Biomasse nur als Index 04/2025 -
04/2026
Nordostatlantik, Westlich Schottl. (6.a Nord) 2,0 2,2 - Biomasse nur als Index 04/2025 -
04/2026
Nordostatlantik, westliche Ostsee (20-24) 2,3 2,3 111,4 EU-Mehrjahresplan seit 2016 04/2026 -
04/2028
Nordostatlantik, Zentrale Ostsee (25-29, 32) 75,2 75,2 - EU-Mehrjahresplan seit 2016, für Laicherbiomasse nur rel. Angabe 05/2025 -
05/2026
Nordwestatlantik, Gulf of Maine/Georges Bank (5YZ) (USA) 95,3 - 1.041,5 Anl. & SSB 2014 08/2015 -
08/2018
Nordwestatlantik, Gulf St. Law. Früh. (4T) (Kanada) 1,2 - 9,7 Anl. 2015, SSB 2016 09/2016 -
09/2018
Nordwestatlantik, Gulf St. Law. Herbst (4T) (Kanada) 28,1 - 165,0 Anl. 2015, SSB 2016 09/2016 -
09/2018
Nordwestatlantik, Neufundland W. (4R) (Kanada) 3,1 - - Anl. 2021, Frühjahrs- und Herbstlaicher, bisher keine neuen Daten verfügbar 06/2022 -
06/2024
Nordwestatlantik, Nov Scot/Bay Fundy (4VWX) (Kanada) 56,0 - - Anl. 2015, mehrere Laichkomponenten 07/2016 -
07/2018

Klassifizierung nach dem Ansatz des höchstmöglichen nachhaltigen Dauerertrages (MSY), durch den ICES bis 2020 oder analog zu dessen Einteilung:

SymbolBiomasseBewirtschaftung (fischereiliche Sterblichkeit)
innerhalb der Schwankungsbreite um den Zielwertangemessen oder unternutzt
außerhalb der Schwankungsbreite um den Zielwertübernutzt
Zustand unklar, Referenzpunkte nicht definiert und/oder unzureichende DatenZustand unklar, Referenzpunkte nicht definiert und/oder unzureichende Daten
AutorJahrTitelQuelle
[4]Marine Stewardship Council (MSC)Fisch und Meeresfrüchte aus zertifiziert nachhaltiger Fischereimsc.org
[13]Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) Homepageble.de
[14]Fisch-Informationszentrum e.V. (FIZ)Fisch-Informationszentrum e.V. Homepagefischinfo.de
[30]Food and Agriculture Organization (FAO)FAO Webseite: Search technology factsheets - Fishing gear typefao.org
[39]Fischereiverwaltung, NorwegenOnline Portal des Fiskeridirektoratet (Fischereiverwaltung), Norwegenfiskeridir.no
[63]Borges L, van Keeken, OA, van Helmond ATM, Couperus B, Dickey-Collas M, Borges AV2008What do pelagic freezer-trawlers discard? ICES Journal of Marine Science 65:605-611
[64]Payne MR, Hatfield EMC, Dickey-Collas M, Falkenhaug T, Gallego A, Groger J, Licandro P, Llope, M, Mun P, Rockmann C, Schmidt JO, Nash RDM2009Recruitment in a changing environment: the 2000s North Sea herring recruitment failure ICES Journal of Marine Science 66:272-277
[67]Gröger JP, Kruse GH, Rohlf N2010Slave to the rhythm: how large-scale climate cycles trigger herring (Clupea harengus) regeneration in the North Sea ICES Journal of Marine Science 67:454-465
[68]Dickey-Collas M, Nash RDM, Brunel T, Damme CJG van, Marshall CT, Payne MR, Corten A, Geffen AJ, Peck MA, Hatfield EMC, Hintzen NT, Enberg K, Kell LT, Simmonds EJ2010Lessons learned from stock collapse and recovery of North Sea herring: a review ICES Journal of Marine Science 67:1875-1886
[472]Röckmann C, Dickey-Collas M, Payne MR, van Hal R2011Realized habitats of early-stage North Sea herring: looking for signals of environmental change. ICES Journal of marine science, 68:537–546
[750]Europäische Union (EU)2013Verordnung (EU) Nr. 1380/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Dezember 2013 über die Gemeinsame Fischereipolitik und zur Änderung der Verordnungen (EG) Nr. 1954/2003 und (EG) Nr. 1224/2009 des Rates sowie zur Aufhebung der Verordnungen (EG) Nr. 2371/2002 und (EG) Nr. 639/2004 des Rates und des Beschlusses 2004/585/EG des Rateseuropa.eu
[979]Europäische Union (EU)2015VERORDNUNG (EU) 2015/812 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 20. Mai 2015 zur Änderung der Verordnungen (EG) Nr. 850/98, (EG) Nr. 2187/2005, (EG) Nr. 1967/2006, (EG) Nr. 1098/2007, (EG) Nr. 254/2002, (EG) Nr. 2347/2002 und (EG) Nr. 1224/2009 des Rates und der Verordnungen (EU) Nr. 1379/2013 und (EU) Nr. 1380/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates hinsichtlich der Anlandeverpflichtung und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 1434/98 des Rateseuropa.eu
[1065]Europäische Union (EU)Northern agreements, Fisheries agreements with the United Kingdom, Norway, Faroe Islands, Iceland and coastal states.europa.eu
[1148]Europäische Union (EU)2019VERORDNUNG (EU) 2019/1241 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 20. Juni 2019 mit technischen Maßnahmen für die Erhaltung der Fischereiressourcen und den Schutz von Meeresökosystemen, zur Änderung der Verordnungen (EG) Nr. 2019/2006, (EG) Nr. 1224/2009 des Rates und (EU) Nr. 1380/2013, (EU) 2016/1139, (EU) 2018/973, (EU) 2019/472 und (EU) 2019/1022 des Europäischen Parlaments und des Rates sowie zur Aufhebung der Verordnungen (EG) Nr. 894/97, (EG) Nr. 850/98, (EG) Nr. 2549/2000, (EG) Nr. 254/2002, (EG) Nr. 812/2004 und (EG) Nr. 2187/2005 des Rateseuropa.eu
[1466]Europäische Union (EU)2023DELEGIERTE VERORDNUNG (EU) 2023/2459 DER KOMMISSION vom 22. August 2023 zur Ergänzung der Verordnung (EU) 2018/973 des Europäischen Parlaments und des Rates durch eine Präzisierung der Anlandeverpflichtung für bestimmte Fischereien in der Nordsee im Zeitraum 2024-2027europa.eu
[1549]Europäische Union (EU)2026VERORDNUNG (EU) 2026/249 DES RATES vom 26. Januar 2026 zur Festsetzung der Fangmöglichkeiten für 2026, 2027 und 2028 für bestimmte Fischbestände in Unionsgewässern sowie für Fischereifahrzeuge der Union in bestimmten Nicht-Unionsgewässern und zur Änderung der Verordnung (EU) 2025/202europa.eu
[1552]ICES2026Herring (Clupea harengus) in Subarea 4 and divisions 3.a and 7.d, autumn spawners (North Sea, Skagerrak and Kattegat, eastern English Channel). In Report of the ICES Advisory Committee, 2026. ICES Advice 2026, her.27.3a47d.https://doi.org/10.17895/ices.advice.32133961
[1553]ICES2026HERRING ASSESSMENT WORKING GROUP FOR THE AREA SOUTH OF 62° NORTH (HAWG). ICES Scientific Reports. VOL 8:16. 168 pp.https://doi.org/10.17895/ices.pub.31424315