Bestandsdatenblatt

Nordostatlantische Makrele

Gültig 10/2023 - 10/2024

Nordostatlantische Makrele

gültig 10/2023 - 10/2024

Zugehörige Fischart

Makrele

Allgemeine Informationen

Ökoregion:Barentsmeer (Nordost-Arktis), Färöer-Plateau, Iberische Küste, Islandschelf, Keltischer und Biskaya-Schelf, Nordsee, Norwegische See
Fanggebiet:Nordsee (4, 3.a), südliche Gebiete (8, 9.a), westliche Gebiete (2, 5, 6, 7, 14) FAO 27 (Nordostatlantik)
Art:Scomber scombrus

Wissenschaftliche Begutachtung

Internationaler Rat für Meeresforschung (ICES), Kopenhagen, www.ices.dk

Methode, Frequenz

Analytische Bestandsberechnung mit Vorhersage, die Fangdaten, Daten aus Markierungsexperimenten und drei unabhängige wissenschaftliche Forschungsreisen (Surveys) verwendet. Wichtige fischereiunabhängige Daten (aus dem Makrelen-Eiersurvey) sind nur alle drei Jahre verfügbar (zuletzt 2022), eine weitere Zeitserie ist noch kurz (12 Jahre). Es sind alle Referenzwerte nach Vorsorgeansatz (Bpa, Blim, Fpa, Flim) und höchstmöglichem nachhaltigen Dauerertrag (MSY-Btrigger, Fmsy) definiert. Rückwürfe werden nur für einen Teil der Fischereien erfasst, die bekannten Rückwürfe werden in der Bestandsberechnung berücksichtigt. [1426] [1428] [1431]

Wesentliche Punkte

2023: Die Laicherbiomasse der Nordostatlantischen Makrele hat im Vergleich zum Vorjahr erneut etwas abgenommen, liegt aber weiterhin im Rahmen aller Referenzwerte, also vollständig im grünen Bereich. Der Fischereidruck ist zu hoch, er liegt über dem Referenzwert des höchstmöglichem nachhaltigen Dauerertrages (Fmsy).
Neueste Erkenntnisse über die Bestandsstruktur der Nordostatlantischen Makrele zeigen, dass es sich um einen einzigen Bestand ohne getrennte Laichkomponenten handelt. Die frühere Auffassung, dass der Bestand aus drei Komponenten besteht wurde revidiert und in der aktuellen Bestands-Begutachtung des ICES wird nicht mehr zwischen einer Nordsee-, einer westlichen und einer südlichen Komponente unterschieden.
Eine Einigung der Fischereinationen auf einen Verteilungsschlüssel für die Fangmengen ist weiterhin nicht in Sicht. Die jährlichen Fänge liegen in den letzten Jahren erheblich über der wissenschaftlichen Fangempfehlung. Dies trägt zur derzeit beobachteten Abnahme des Laicherbiomasse bei. [1426] [1428] [1431]

Bestands­zustand

Laicherbiomasse (Reproduktionskapazität)

  volle Reproduktionskapazität (nach Vorsorgeansatz)

  Referenzwerte nicht definiert (nach Managementplan)

  innerhalb der Schwankungsbreite um den Zielwert (nach höchstem Dauerertrag)

Fischereiliche Sterblichkeit

  nachhaltig bewirtschaftet (nach Vorsorgeansatz)
 

  Referenzwerte nicht definiert (nach Managementplan)

   übernutzt (nach höchstem Dauerertrag)

Bestands­entwicklung

Die Zeitreihe für den Gesamtbestand beginnt erst 1980, weil vorher keine Informationen über die Nachwuchsproduktion eines Teils des Bestandes (vormals „südliche Komponente“) verfügbar waren. Von Mitte der 1990er bis 2007 lag die Laicherbiomasse unter den Referenzwerten des höchstmöglichen nachhaltigen Dauerertrages (MSY-Btrigger) und des Vorsorgeansatzes (Bpa). Nach 2006 stieg die Laicherbiomasse, liegt seit 2008 über MSY-Btrigger und Bpa und erreichte 2015 den Maximalwert von über 6 Mio. t. Seitdem nimmt sie ab, liegt aber weiterhin deutlich über allen Referenzwerten. Die fischereiliche Sterblichkeit konnte seit 2004 reduziert werden und lag 2009 bis 2020 auf oder unter Fmsy. Seit 2021 ist sie wieder zu hoch. Die Fangdaten bis einschließlich 1999 sind unzuverlässig, sie wurden vom ICES zwar korrigiert, werden wahrscheinlich aber noch immer unterschätzt (in der Grafik gestrichelt dargestellt). Nach einem starken Anstieg der Fänge auf 1,4 Mio. t 2014 wurden sie bis 2019 auf 840.000 t reduziert, betragen aber seit 2020 wieder über 1 Mio. t. Seit den frühen 2000er Jahren gibt es eine Reihe starker Nachwuchsjahrgänge. [864] [1426] [1428] [1431]

Ausblick

Die jährlichen Fänge aus diesem Bestand liegen in den letzten Jahren erheblich über der wissenschaftlichen Fangempfehlung. Dadurch nimmt die Laicherbiomasse ab und der Fischereidruck ist inzwischen zu hoch. Er liegt über dem Referenzwert des höchstmöglichen nachhaltigen Dauerertrages (Fmsy). Die Fangmengen müssen daher erheblich reduziert werden (um über ein Drittel im Vergleich zu den aktuellen Fängen). Voraussetzung ist, dass sich die Fischereinationen auf eine gemeinsame Bewirtschaftungsregel und einen Verteilungsschlüssel für die Fänge einigen. Die weitere Entwicklung hängt auch von der Stärke der nächsten Jahrgänge ab. [1426] [1428]

Umwelt­einflüsse auf den Bestand

Die Nordostatlantische Makrele ist der am weitesten verbreitete kommerziell genutzte Fischbestand in europäischen Gewässern, und schon dadurch sehr variablen Umweltbedingungen ausgesetzt. Das Verbreitungsgebiet des Bestandes hatte sich ab Mitte der 2000er Jahre deutlich nach Nordwesten verschoben, er kam im Sommer nun in isländischen und sogar in grönländischen Gewässern vor. Mögliche Ursachen waren höhere Wassertemperaturen, Veränderungen im Nahrungsangebot und in der Bestandsgröße. Inzwischen hat sich dieses Bild erneut geändert und Makrele hat sich seit 2015 aus dem westlichen Gebiet zurückgezogen. Die Gründe dafür sind nach wie vor kaum bekannt. In diesem Zeitraum ist die Größe des Makrelenbestands um etwa ein Drittel zurückgegangen, obwohl die Zooplanktonhäufigkeit gleich blieb und das westliche Gebiet nach wie vor warm genug für Makrelen ist (> 8-9 °C). 2022 hat sich der Bestand erneut stärker westwärts in isländische, aber nicht in grönländische Gewässer ausgedehnt. [1426] [1428]

Wer und Wie

Nach mehreren Jahren (2008-2014) ohne Einigung bei der Fischerei auf Nordostatlantische Makrele vereinbarten Norwegen, die Färöer-Inseln und die EU 2014 eine Management-Strategie für fünf Jahre (drei-Parteien-Abkommen der bisherigen „Küstenstaaten“ 2014-2018). Neben der Festlegung von Managementzielen für die Laicherbiomasse einigten sie sich auch jährlich auf eine gemeinsame Höchstfangmenge, inklusive Quoten für künftige Partner („agreed record“, in EU-Recht übernommen, bis 2020 verlängert). Es gab jedoch keine Management-Strategie aller an der Fischerei beteiligten Nationen; Russland, Island und Grönland legten eigene autonome Quoten fest. Inzwischen wird die alte Management-Strategie nicht mehr als angemessen angesehen, und der ICES hat 2020 im Auftrag von Norwegen, den Färöer-Inseln und der EU eine neue Langzeit-Management-Strategie für diesen Bestand begutachtet. Bislang gibt es jedoch keine neue Management-Vereinbarung. Basis für die Fangempfehlung des ICES bleibt weiterhin das Konzept zur Erlangung des höchstmöglichen nachhaltigen Dauerertrages (MSY).
In den „agreed records“ über die Bewirtschaftung von Makrele zwischen Norwegen, der EU, den Färöer-Inseln, Grönland, Island und dem Vereinigten Königreich wird seit 2021 der Wille bekundet, dass die Makrelenfänge der ICES-MSY-Empfehlung entsprechen sollen, eine Einigung der Fischereinationen auf einen Verteilungsschlüssel für die Fangmengen gibt es aber weiterhin nicht.
Basierend auf den Abkommen der Küstenstaaten fungiert die „North East Atlantic Fisheries Commission“ (NEAFC) als regionale Fischereimanagementorganisation für die Fischerei auf diesen Bestand in internationalen Gewässern des Verbreitungsgebietes. Zur Bewirtschaftung des Bestandes gibt es weitere zum Teil nationale Maßnahmen wie Gebietsschließungen und minimale Anlandelängen. Nordostatlantische Makrele fällt seit Januar 2015 unter das Anlandegebot der EU, in norwegischen, isländischen, färöischen, russischen und internationalen Gewässern galt dies schon früher (siehe auch unter „Beifänge und Rückwürfe“). [796] [1065] [1162] [1220] [1235] [1384] [1426] [1428]

Differenz zwischen Wissen­schaft und Management

Das Anwachsen des nordostatlantischen Makrelenbestandes und damit einhergehende Veränderungen der Wanderrouten ab Mitte der 2000er Jahre führten dazu, dass einige Parteien (vor allem Island und Grönland) größere Anteile an den Fängen beanspruchten. 2009 kam es dadurch zum Bruch bisheriger Fangabkommen, und bis heute gibt es keine Einigung aller beteiligten Nationen auf einen Verteilungsschlüssel. Die Fangempfehlung des ICES beruhte bis 2015 auf dem Managementplan der (bisherigen) Küstenstaaten. Die Summe der Quoten aller an der Fischerei beteiligten Parteien lag aber 2009-2015 über der wissenschaftlichen Empfehlung. Seit 2016 verwendet der ICES als Basis für die Empfehlung das Konzept zur Erlangung des höchstmöglichen nachhaltigen Dauerertrages (MSY). Die drei-Parteien Management-Strategie 2014-2018 (Norwegen, Färöer-Inseln, EU, verlängert bis 2020) beteiligte nicht alle fischenden Staaten. Die Summe der Quoten lag daher weiterhin erheblich über der wissenschaftlichen Empfehlung. Seit den Vereinbarungen über die Makrelenfischerei für 2021 sind zwar endlich auch Island, Grönland und im Zuge des Brexits das Vereinigte Königreich beteiligt, zu einer Einigung auf einen Verteilungsschlüssel für die Fangmengen kam es aber weiterhin nicht. Die Summe der unabhängig festgelegten nationalen Quoten übersteigt weiterhin die wissenschaftliche Empfehlung erheblich. In den vergangenen 10 Jahren lagen zudem die tatsächlichen Fänge 2013, 2014, 2016 und 2018 über der ohnehin schon zu hohen Summe der Quoten. Seit 2015 waren die jährlichen kommerziellen Fänge im Mittel 35 % höher als die wissenschaftliche Empfehlung. Bei der Ableitung des MSY-Referenzwertes für den Fischereidruck (Fmsy) durch den ICES wurde davon ausgegangen, dass die jährlichen Fangmengen mit der wissenschaftlichen Empfehlung übereinstimmen. Die Nichteinhaltung der empfohlenen Fangmengen führt zu einer nicht nachhaltigen Nutzung der Ressource, langfristig zu Fangverlusten und erhöht das Risiko, dass der Bestand unter den Limitwert (Blim) fällt. Neueste Erkenntnisse über die Bestandsstruktur der Nordostatlantischen Makrele zeigen, dass es sich um einen einzigen Bestand ohne getrennte Laichkomponenten handelt. Die Bewirtschaftungsmaßnahmen zum Schutz der Nordseekomponente haben daher keine biologische Grundlage mehr. [1065] [1426] [1428] [1431]

Karten

Verbreitungsgebiet

Managementgebiet

Die Nordostatlantische Makrele wird als weitverbreiteter Bestand definiert. Sie ist in zahlreichen nationalen und internationalen Managementgebieten verbreitet. Das Verbreitungsgebiet reicht von der Iberischen Halbinsel bis in die nördliche Norwegische See und von Island bis in die westliche Ostsee. Mitte der 2000er Jahre begann sich die Verbreitung der Makrele nach Westen bis in isländische und grönländische Gewässer auszudehnen. Seit 2015 zieht Makrele sich aus den westlichen Gebieten wieder zurück, der Großteil des Bestands hat seine Fraßgründe derzeit in der Norwegischen See. Bis 2020 legten Norwegen, die Färöer-Inseln, und die EU (die bisherigen „Küstenstaaten“) eine gemeinsame Höchstfangmenge fest (übernommen in EU-Recht). Für die isländische ausschließliche Wirtschaftszone (AWZ) wird seit 2009 eine autonome Fangquote festgesetzt, seit ein erheblicher Teil des Bestandes für einen Teil des Jahres auch dort verbreitet war. Grönland hat 2012 zum ersten Mal eine Quote festgelegt. Im Zuge des Brexits ist das Vereinigte Königreich 2021 als neuer Küstenstaat hinzugekommen. Außerdem fischt Russland auf Nordostatlantische Makrele. [1065] [1384] 1426] [1428]

Anlandungen und legale Höchstfangmengen (TACs) (in 1.000 t)

Gesamtfang

2022: 1.046,7 Anlandungen: 1.043,2, bekannte Rückwürfe: 3,6;
davon Fänge innerhalb NEAFC-Gebiet (internationale Gewässer, 2022 ohne Russland): 186,2; von den Anlandungen: pelagische Schleppnetze 71 %, Ringwaden 28,2 %, andere 0,8 %

TACs (Summe autonomer Quoten)2011: 959   2012: 927   2013: 906   2014: 1.392   2015: 1.229   2016: 1.057   2017: 1.173   2018: 998   2019: 864   2020: 1.090,9   2021: 1.199,1   2022: 1.188,2   2023: 1.188,3  [1065] [1384] [1426] [1428]

IUU-Fischerei

Modellierungen auf Basis verschiedener Daten aus Forschungsreisen, Alterszusammensetzung der Fänge und von Markierungsexperimenten ergaben, dass die tatsächliche Entnahme (Anlandungen und Rückwürfe) 1975-2007 im Schnitt zwischen 1,7 und 3,6 mal höher gelegen haben könnte als die gemeldeten Fänge. Es wird davon ausgegangen, dass die tatsächliche Entnahme noch immer unterschätzt wird, weil die Rückwurfdaten vieler Länder nicht verfügbar oder unvollständig sind. [308] [1426] [1428]

Struktur und Fangmethode

Fast alle Anrainerstaaten unterhalten gerichtete Fischereien auf Makrele. Der weiten geografischen Verbreitung entsprechend kommen Fahrzeuge aller Größen und vielfältige Fangmethoden zum Einsatz, von kleinen offenen Booten für die Handangelei bis zu großen Vollfrost-Fabrikschiffen mit pelagischen Schleppnetzen oder Ringwaden. Gefangen wird fast ausschließlich für die menschliche Ernährung, ein geringer Teil geht in die Fischmehl-Produktion. Der größte Anteil des Fanges entfiel 2022 auf Norwegen (28 %), gefolgt von UK (19 %), den Färöer-Inseln (13 %), Island (12 %) und Russland (10 %). [13] [14] [1426] [1428]

Beifänge und Rückwürfe

Rückwürfe von Makrele kommen vor, werden aber nur für einen Teil der Fischereiaktivitäten quantifiziert. Die bekannten Rückwürfe gehen in die Bestandsberechnung ein, insgesamt werden die Rückwürfe in den letzten Jahren für vernachlässigbar gehalten. Die Menge der Rückwürfe (inklusive „slipping“, siehe unten) betrug 2017 0,2 %, 2018 0,3 %, 2019 und 2020 jeweils 0,9 %, 2021 und 2022 jeweils 0,3 % (bezogen auf das Gesamtfanggewicht).
In norwegischen, isländischen, färöischen, russischen, internationalen und seit Januar 2015 auch in EU-Gewässern ist der Rückwurf von Makrele illegal (Details für EU siehe jeweilige EU-Verordnungen, die Regelungen im Vereinigten Königreich können abweichen). In der Ringwadenfischerei ist wegen hoher Überlebensraten das Freilassen bis zu einem bestimmten Einholpunkt erlaubt („slipping“, z.B. aufgrund von Quoten-Limits, falscher Größenzusammensetzung, nicht vermarktbarem Beifang) – die Überlebensrate ist jedoch im Einzelfall sehr schwer feststellbar. Für die Fischerei mit pelagischen Schleppnetzen in der mittleren und südlichen Nordsee (4.bc) gibt es Ausnahmen vom EU-Anlandegebot wegen Geringfügigkeit (Details siehe jeweilige EU-Verordnungen). Solche Ausnahmen gelten derzeit auch für einige Fischereien mit Grundschleppnetzen. Es gibt wenig Beifang von Nichtzielarten. Durch die Veränderung des Verbreitungsgebietes kann Makrele vermehrt als Beifang in Gebieten auftreten, in denen sie früher nicht gefischt wurde. [31] [301] [750] [1162] [1235] [1255] [1426] [1428]

Einflüsse der Fischerei auf die Umwelt

Pelagische Schleppnetzfischerei und Ringwadenfischerei haben in der Regel geringe Beifänge von Nichtzielarten und beeinflussen den Meeresboden nicht, weil sie ihn nicht berühren. Potentiell problematisch können Beifänge von Meeressäugern in Schleppnetzen in den westlichen Gebieten sein. [1426] [1428]

Biologische Besonder­heiten

Das Verbreitungsgebiet dieses Bestandes hat sich ab Mitte der 2000er Jahre immer weiter nach Nordwesten bis an die grönländische Westküste ausgedehnt. Seit 2015 zog sich der Bestand wieder in östliche Gebiete zurück, 2020 lagen die Nahrungsgründe für einen Großteil des Bestandes in der norwegischen See. 2022 hat sich der Bestand erneut stärker westwärts in isländische, aber nicht in grönländische Gewässer ausgedehnt. Die Ursachen hierfür sind nicht vollständig aufgeklärt. [1426] [1428]

Zusätzliche Informationen

Der Makrelen-Eiersurvey war lange die wichtigste Quelle fischerei-unabhängiger Daten. Er wird wegen des enormen Aufwandes nur alle drei Jahre durchgeführt. Schiffe von sieben Nationen fangen über ein halbes Jahr von Cadiz bis nördlich Schottlands Makreleneier und schließen u.a. von deren Häufigkeit auf die Laicherbiomasse zurück.
Makrelen wandern und fressen nahe der Wasseroberfläche, sie lassen sich daher auch aus Flugzeugen detektieren und mit Hilfe von lasergestützten Verfahren (LIDAR) sogar quantifizieren.
Wesentlicher Hintergrund der Auseinandersetzung der Nutzer über die Aufteilung der Höchstfangmenge ist, dass dieser Bestand seit Mitte der 2000er Jahre auch in isländischen und sogar grönländischen Gewässern verbreitet war. Island beansprucht daher einen Küstenstaaten-Status und hat die Fänge seiner Flotten von unter 400 t jährlich (bis 2005) auf 173.000 t (2014) erhöht. In der Folge haben auch andere Staaten ihre Quoten erhöht. [1426] [1428]

Zertifizierte Fischereien

Die im Wesentlichen seit 2009 bestehenden MSC-Zertifikate der Fischereien auf Makrele im Nordostatlantik wurden 2012 und erneut am 02. März 2019 suspendiert (weitere Informationen auf der Seite des MSC). Die Suspendierung blieb auch nach der im Mai 2019 aktualisierten Bestandsberechnung bestehen, da die Laicherbiomasse zwar wieder über dem Referenzwert liegt, es aber weiterhin kein gemeinsames Management aller beteiligten Parteien gibt. Inzwischen sind die Zertifikate ausgelaufen [4] 

Soziale Aspekte

Die Fischereien auf Makrele im Nordostatlantik werden mit Fahrzeugen aller Größen durchgeführt, vom offenen Fahrzeug für Handleinenfischerei bis zum über 140 m langen Vollfrost-Trawler. Arbeitsbedingungen an Bord und die Entlohnung sind daher sehr unterschiedlich, richten sich aber nach den Regeln der jeweiligen Flaggenstaaten. [13] [14] [1426] [1428]

Marktdaten

2022 (vorl.): Verbrauch in Deutschland: 19.743 t (2021: 20.217 t), Marktanteil (Fische, Krebse, Weichtiere): 1,7 % (2021: 1,8 %) [13] [14]

Oops, an error occurred! Code: 202402292109526ae0fe94

Klassifizierung nach dem Ansatz des höchstmöglichen nachhaltigen Dauerertrages (MSY), durch den ICES bis 2020 oder analog zu dessen Einteilung:

SymbolBiomasseBewirtschaftung (fischereiliche Sterblichkeit)
innerhalb der Schwankungsbreite um den Zielwertangemessen oder unternutzt
außerhalb der Schwankungsbreite um den Zielwertübernutzt
Zustand unklar, Referenzpunkte nicht definiert und/oder unzureichende DatenZustand unklar, Referenzpunkte nicht definiert und/oder unzureichende Daten
Oops, an error occurred! Code: 202402292109529ab5400d