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Schwarzer Heilbutt - Bestände aktualisiert

Die Begutachtungsmethode für Schwarzen Heilbutt Nordost-Arktis wurde 2023 überarbeitet („benchmark“). Dabei wurden auch die Referenzwerte angepasst. Die neue Berechnungsmethode resultiert in deutlich niedrigeren Biomassewerten und höherer Nutzungsrate (harvest rate).
Die Biomasse nimmt weiter ab, liegt aber noch über dem Referenzwert nach dem höchstmöglichen nachhaltigen Dauerertrag (MSY Btrigger). Auch die gesamte fischbare Biomasse zeigt eine starke Abnahme. Die Nutzungsrate liegt über HRmsy, ist also zu hoch. Festgelegte Höchstfangmengen (TACs) und Fänge aus diesem Bestand liegen seit Jahren teilweise erheblich über der wissenschaftlichen Empfehlung.
Begutachtung und auch Fangempfehlung für Schwarzen Heilbutt Nordost-Arktis erfolgen seit 2022 nicht mehr durch den ICES, sondern durch die neu konstituierte Joint Russian-Norwegian Arctic Fisheries Working Group (JRN-AFWG).

Die Begutachtungsmethode für Schwarzen Heilbutt Ost-Grönland und Island wurde 2023 ebenfalls überarbeitet („benchmark“). Dabei wurden auch die Referenzwerte angepasst. Durch das neue Berechnungsmodell wird die Qualität der Bewertung erhöht. Die Laicherbiomasse liegt in den letzten Jahren nah am Referenzwert nach dem Konzept des höchsten nachhaltigen Dauerertrages (MSY Btrigger), bleibt aber im grünen Bereich. Die fischereiliche Sterblichkeit ist seit einigen Jahren zu hoch (über Fmsy).

Schwarzer Heilbutt West-Grönland: 2018, 2020 und 2021 wurden keine Forschungsfahrten zur Datenaufnahme für Schwarzen Heilbutt in diesem Gebiet durchgeführt und die Daten aus 2019 sind mit den Vorjahren nicht vergleichbar. Der Haupt-Index für diesen Bestand wurde daher seit 2017 nicht aktualisiert und Bestandszustand sowie Managemententscheidungen werden dadurch immer unsicherer. Es wird aber davon ausgegangen, dass sich der Zustand des Bestands 2018 bis heute nicht drastisch verändert hat. Der kombinierte Biomasse-Index für die NAFO-Gebiete 1CD und 0A Süd war 1999 bis 2017 relativ stabil mit etwas mehr Variabilität in den letzten Jahren. Alle Werte lagen damals über dem Limit-Referenzwert (Blim).

Schwarzer Heilbutt Fjorde West-Grönlands (1A inshore): Der Zustand aller drei Bestands-Komponenten ist unklar. Der Biomasse-Index für die Disko-Bucht ist seit 2013 stabil. In der Kiemennetz-Erhebung deutet die Zunahme von kleinen Fischen auf ein potenzielles Wachstum dieses Bestands hin. In den Fjorden bei Upernavik sind in der wissenschaftlichen Kiemennetz-Erhebung die Einheitsfänge (CPUE) 2020 und 2021 gestiegen. Im Uummannaq-Fjord ist der Kiemennetz-Index 2020 und 2021 wieder auf sein ursprüngliches Niveau gestiegen.

Schwarzer Heilbutt Neufundland/Labrador: Die Biomasse-Daten aus verschiedenen Forschungsreisen deuten in unterschiedliche Richtungen. Die Interpretation des Gesamtzustandes von Schwarzem Heilbutt aus Neufundland/Labrador ist daher erschwert. Die aktuellen Erhebungsindizes weichen aber nicht wesentlich von den Erwartungen im Rahmen des akzeptierten Bewirtschaftungsverfahrens ab. Der Gesamt-Index deutet darauf hin, dass der Bestand stabil ist, und der jüngste Wert liegt bei beiden Modellen innerhalb des Wahrscheinlichkeitsbereichs von 80 %.