Fischarten

Heilbutt, schwarzer – Reinhardtius hippoglossoides

gültig 12/2017-06/2018

Biologische Charakteristika

Im Gegensatz zu vielen anderen Plattfischen wird der Schwarze Heilbutt oft in der freien Wassersäule schwimmend angetroffen. Die Eier und Larven schwimmen frei im Wasser. Die Larven haben zunächst die normale Fischform und schwimmen aufrecht. Bei einer Länge von 60-85 mm ist die Umwandlung zum Plattfisch abgeschlossen, die auffälligste Veränderung ist das Wandern des linken Auges auf die später obere Seite (allerdings nicht so weit wie bei anderen Plattfischen, siehe auch unter "Aussehen"). Der Schwarze Heilbutt ist also ein rechtsäugiger Plattfisch. Die Nahrung besteht vor allem aus Fischen, Tiefseegarnelen und anderen wirbellosen Tieren; schwarzer Heilbutt steht als bedeutender Räuber an der Spitze des Nahrungsnetzes. [2] [229]

Maxima: Länge: bis 130 cm,
Alter: bis 30 Jahre,
Masse: bis 45,0 kg [2] [229]
IUCN-Status: Vorwarnliste (NT), global: nicht bewertet (NE) [384] [1032] (Zugriff 25. Okt. 2017)
CITES-Status: nicht gelistet [3]
Widerstandsfähigkeit (resilience): niedrig (Populationsverdopplungszeit 4,5-14 Jahre) [229]
Fruchtbarkeit (fecundity): 6.800 Eier pro Weibchen [229]
Trophische Ebene: 4,4 ± 0,1 (Standardfehler) [229]

Schwarzer Heilbutt kommt zirkumglobal in den arktischen und temperierten Bereichen des Nordatlantiks und des Nordpazifiks vor. Seine Verbreitung reicht im Nordatlantik von den USA über Kanada, Grönland bis in die Barentssee, außerdem bis Irland und Südnorwegen. Im Nordpazifik ist er an den Küsten Japans, im Beringmeer, Alaska bis nach Mexiko zu finden. [2] [229]

Der schwarze Heilbutt ist ein rechtsäugiger Plattfisch. Das linke Auge wandert allerdings nur bis zur Kopfkante. Diese Besonderheit, zusammen mit der nicht weiss sondern bräunlich oder bläulich gefärbten Unterseite (Blindseite), unterscheidet den schwarzen Heilbutt etwas vom typischen Aussehen der anderen Plattfische. Die Rückenflosse beginnt hinter dem linken Auge. Die Körperform ist schlanker als die von Scholle oder Flunder. [2] [229]

Schwarzer Heilbutt hat für die nordeuropäischen, grönländischen und nordamerikanischen Küstenfischereien und für die großen Fabrikschiffe Europas und Amerikas erhebliche Bedeutung. Erstere wird teilweise von offenen Fahrzeugen oder vom Eis aus ausgeübt; für die Hochseefischerei, insbesondere die deutsche, ist schwarzer Heilbutt ein wertvoller Ausgleich für die in den letzten Jahren immer weiter reduzierten Fangmöglichkeiten auf Rotbarsch in internationalen und grönländischen Gewässern. Der wertvollste Teil der Fänge geht auf den japanischen Markt. [14] [229]

Durch seinen Fettgehalt eignet sich schwarzer Heilbutt besonders zum Räuchern. Er wird aber auch frisch, ganz oder als Filet sowie tiefgefroren angeboten. [2] [14] [229]

Marktdaten: Alle Heilbuttarten auf dem deutschen Markt zusammengefasst.

2018 (vorl.): Verbrauch in Deutschland: 3.833 t (2017: 5.308 t), Marktanteil (Fische, Krebse, Weichtiere): 0,3% (2017: 0,5%) [13] [14]

Anlandungen (in 1.000 t)Fänge (in 1.000 t)Laicherbiomasse (in 1.000 t)Laicherbiomasse ZustandFischereiliche SterblichkeitAnmerkungen (insbesondere Managementplan)Gültigkeit
Neufundland/Labrador (NAFO 2, 3KLMNO) 26,2 - - Anldg. 2010, Bewirtschaftungsregel 06/2016 -
06/2017
Nordost-Arktis (1, 2) 22,2 22,2 734,0 Anlandungen 2014 09/2015 -
09/2017
Ost-Grönland & Island (5, 6, 12, 14) 25,7 - - - 06/2016 -
06/2017
West-Grönland (NAFO 0, 1) 32,0 - - - 06/2016 -
06/2017
West-Grönland Fjorde (1A inshore) 23,2 - - Anlandungen Summe der Gebiete 06/2016 -
06/2017

Klassifizierung nach dem Ansatz des höchstmöglichen nachhaltigen Dauerertrages (MSY), durch den ICES oder analog zu dessen Einteilung:

SymbolBiomasseBewirtschaftung (fischereiliche Sterblichkeit)
innerhalb der Schwankungsbreite um den Zielwertangemessen oder unternutzt
außerhalb der Schwankungsbreite um den Zielwertübernutzt
Zustand unklar, Referenzpunkte nicht definiert und/oder unzureichende DatenZustand unklar, Referenzpunkte nicht definiert und/oder unzureichende Daten
AutorJahrTitelQuelle
[2]Muus BJ, Nielsen JG1999Die Meeresfische Europas Franckh-Kosmos Verlag
[3]CITESConvention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora, Appendices I, II and IIIcites.org
[13]Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) Homepageble.de
[14]Fisch-Informationszentrum e.V. (FIZ)Fisch-Informationszentrum e.V. Homepagefischinfo.de
[229]Froese, R. and D. Pauly. Editors.2011FishBase. World Wide Web electronic publication.
www.fishbase.org, version (06/2011).
fishbase
[384]IUCNIUCN Red List of Threatened Species. Version 2011.2. Downloaded on 09 February 2012iucnredlist.org
[1032]Nieto A et al.2015European Red List of Marine Fishes Publications Office of the European Union