Bestandsdatenblatt

Ostsee-Steinbutt

Gültig 05/2017 - 05/2018

Ostsee-Steinbutt

gültig 05/2017 - 05/2018

Andere Bestände

Nordsee-Steinbutt

Zugehörige Fischart

Steinbutt

Allgemeine Informationen


Ökoregion:Ostsee
Fanggebiet:Ostsee (22-32) FAO 27
Art:Scophthalmus maximus

Wissenschaftliche Begutachtung

Internationaler Rat für Meeresforschung (ICES), Kopenhagen, www.ices.dk

Methode, Frequenz

Es gibt keine analytische Bestandsberechnung für Ostsee-Steinbutt, weil die Eingangsdaten weitgehend fehlen und die Bestandsdefinition unklar ist. Zwei unabhängige Forschungsreisen zur Erfassung der Grundfische lassen grobe Aussagen über die Bestandsentwicklung zu. Referenzpunkte sind nicht definiert. Es wird eine nummerische Fangempfehlung gegeben, die auf dem Biomasseindex aus Forschungsreisen und den Anlandedaten unter Berücksichtigung von Vorsorgeaspekten basiert. Bei den vergleichsweise geringen Fangmengen wäre der Aufwand für eine Verbesserung der Datenlage unverhältnismäßig. [975] [990]

Wesentliche Punkte

2017: Der Bestandsindikator ist erneut leicht gestiegen, aber insgesamt seit 2007 stabil. Rückwürfe von Steinbutt kommen vor, die Menge ist aber nicht quantifizierbar. [975] [990]

Bestands­zustand

Laicherbiomasse (Reproduktionskapazität)

  unbekannt (nach Vorsorgeansatz)

  unbekannt (nach Managementplan)

  unbekannt (nach höchstem Dauerertrag)

 

Fischereiliche Sterblichkeit

  unbekannt (nach Vorsorgeansatz)

  unbekannt (nach Managementplan)

  unbekannt (nach höchstem Dauerertrag)

 

Bestands­entwicklung

Informationen zu Laicherbiomasse, fischereilicher Sterblichkeit und Nachwuchsproduktion liegen nicht vor. Der Bestands-Indikator ist insgesamt seit 2007 stabil (mit leichten Schwankungen). Die Anlandungen von Ostsee-Steinbutt stiegen zwischen 1965 und 1996 von 42 t auf 1.206 t. In den 1990er Jahren wurde unter anderem auch in den östlichen Gebieten (26 und 28) auf Grund des höheren Erlöses verstärkt Steinbutt aus den Plattfischfängen sortiert. Danach war eine Abnahme der Anlandungen auf ca. 500 t in den Jahren 1999 bis 2004 zu verzeichnen. Seitdem schwanken die Anlandungen zwischen knapp 200 und 400 t jährlich. [975] [990]

Ausblick

Wahrscheinlich werden sich die empfohlenen Fangmengen bei Anwendung der derzeitigen Methode zu deren Ableitung nicht stark ändern. Da Fänge dieser Art nicht quotiert sind, und der wesentliche Teil als „erwünschter Beifang“ in gemischten Grundfischfischereien auftritt, ließe sich die Fangmenge nur durch Maßnahmen wie die Begrenzung des Aufwandes reduzieren. [975] [990]

Umwelt­einflüsse auf den Bestand

Es werden keine spezifischen Umwelteinflüsse auf diesen Bestand genannt. [975] [990]

Wer und Wie

Es gibt kein gemeinsames Management für den Ostsee-Steinbutt. Höchstfangmengen (TACs) werden nicht festgelegt. Die Bewirtschaftung für diesen Bestand erfolgt nur nach technischen EU-Verordnungen (z.B. Maschenweiten und eine Mindestreferenzgröße für die Bestandserhaltung) und den jeweiligen Landesregeln. Ein neuer EU-Managementplan für Dorsch und alle pelagischen Bestände der Ostsee, der Beifänge von Steinbutt berücksichtigt, ist 2016 in Kraft getreten. [206] [975] [977] [990]

Differenz zwischen Wissen­schaft und Management

Für 2013 wurde die erste nummerische Fangempfehlung gegeben, die unter den Anlandungen der vorangegangenen Jahre lag. Die Anlandungen lagen dann auch über der jeweiligen Empfehlung, die sich allerdings auf die Fänge bezog. Aufgrund der nicht quantifizierbaren Rückwurfmengen bezieht sich die wissenschaftliche Empfehlung seit 2016 auf Anlandungen. Die Anlandungen 2016 lagen wieder über der wissenschaftlichen Empfehlung. [975] [990]

Karten

Verbreitungsgebiet

Managementgebiet

Ostsee-Steinbutt kommt vor allem in den westlichen und südlichen Teilen der Ostsee vor, im Nordosten bis in die Ålandsee. Es gibt Hinweise, dass es sich um verschiedene lokale Bestände handelt, aber nicht genug Daten, um diese zu identifizieren. Die Bewirtschaftung sieht keine Fangmengenbegrenzung vor. [975] [990]

Anlandungen und TACs (in 1.000 t)

Gesamtfang2016: Anlandungen: 0,25; davon 79% passive Geräte (Stellnetze), 21% aktive Geräte (Grundschleppnetze)
TACsnicht festgelegt [975] [990]

IUU-Fischerei

Es gibt keine Hinweise auf illegale oder unberichtete Fänge von Steinbutt aus der Ostsee. [975] [990]

Struktur und Fangmethode

Steinbutt wird hauptsächlich als begehrter Beifang in der Schleppnetz- und Kiemennetz-Fischerei gefangen. In einigen Jahren und Gebieten gibt es auch gerichtete Kiemennetz-Fischereien. 2016 wurden die höchsten Fänge in den ICES-Gebieten 22, 24 und 25 getätigt. Hauptfangnation 2016 war Dänemark, gefolgt von Polen und Deutschland. Die deutsche Flotte hat 2016 49 t Steinbutt in den ICES-Gebieten 22, 24 und 25 gefangen. [975] [990]

Beifänge und Rückwürfe

Steinbutt ist selbst überwiegend Beifang, wenn auch ein sehr wertvoller. Insgesamt sind die Rückwurfmengen von Ostsee-Steinbutt nicht quantifizierbar. Unvollständige Daten über Rückwürfe liegen seit 2012 vor. Die Menge der Rückwürfe ist in den einzelnen Gebieten und Jahren unterschiedlich, offenbar werden vor allem zu kleine Steinbutte verworfen. [975] [990]

Einflüsse der Fischerei auf die Umwelt

Durch den Einsatz von Grundschleppnetzen können Bodenlebensgemeinschaften geschädigt werden. Artenzusammensetzung, Biomasse und Nahrungsgefüge können sich erheblich verändern. Potentiell problematisch können Beifänge von Seevögeln und Meeressäugern in Stellnetzen sein. [30] [97] [208]

Biologische Besonder­heiten

Steinbutt-Weibchen wachsen signifikant schneller als Männchen, und ihre altersspezifische Länge ist größer. Dies führt zu einer höheren fischereilichen Nutzung der weiblichen Fische. [477]

Zusätzliche Informationen

Steinbutt gilt neben der Seezunge als wertvollster Plattfisch. Fischkenner behaupten, der in der Ostsee gefangene Steinbutt sei der allerfeinste. [14]

Zertifizierte Fischereien

Bislang ist keine Fischerei auf Steinbutt in der Ostsee nach einem der gängigen Nachhaltigkeitsstandards zertifiziert.

Soziale Aspekte

Die Fahrzeuge fahren unter den Flaggen der Anrainerstaaten, die Arbeitsbedingungen an Bord und die Entlohnung erfolgt daher nach deren Regeln. [12] [13]